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How To? ILS auf dem A320

  • Autorenbild: Hüseyin Yildirim
    Hüseyin Yildirim
  • 10. Mai 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Juni 2025

Der ILS-Anflug im Airbus A320 – Technik, Verfahren, Umsetzung

Das Instrumentenlandesystem (ILS) ist weltweit eines der am häufigsten eingesetzten Anflugverfahren. Besonders bei eingeschränkter Sicht oder schlechtem Wetter bietet es eine präzise horizontale und vertikale Führung bis zur Landung. Für angehende und erfahrene Piloten ist das sichere Beherrschen eines ILS-Anflugs unerlässlich – nicht nur im Alltag, sondern auch im Rahmen von Screenings oder Checks.

In diesem Beitrag wird der Ablauf eines vollständigen ILS-Anflugs anhand eines Praxisbeispiels am Flughafen San Francisco (KSFO) beschrieben – mit Fokus auf die typischen Verfahren und Besonderheiten im Airbus A320.


Grundlagen des ILS-Anflugs

Das ILS besteht aus zwei primären Komponenten: dem Localizer (LOC), der seitliche Führung bietet, und dem Glide Slope (GS), der vertikale Anflugführung liefert. Die Daten werden per Funk übermittelt und vom Flugzeug empfangen und angezeigt. Damit ermöglicht das ILS präzise Anflüge auch bei geringer Sicht bis zur Entscheidungshöhe (DA).

Die korrekte Interpretation der ILS-Anzeigen und die exakte Umsetzung im Anflug sind essenziell für einen sicheren und stabilen Endanflug.


FMS-Konfiguration im Airbus A320

Vor dem Anflug muss das FMS (Flight Management System) korrekt programmiert werden. Im Fall des ILS-Anflugs auf Runway 28L in San Francisco erfolgt dies wie folgt:

  1. Auf der FMS-Startseite das Ziel KSFO auswählen.

  2. Im Menü „Arrival“ den ILS-Anflug 28L auswählen.

  3. Falls keine STAR erforderlich ist, „No STAR“ wählen (z. B. bei Radar-Vektoren zum Final).

  4. Die Route mit „Insert“ aktivieren.

Im Airbus erfolgt die Frequenzzuweisung automatisch. Für das ILS 28L in KSFO ist dies 109.55 MHz – eine manuelle Eingabe ist im Normalfall nicht notwendig.


Anflugvorbereitung – ab Wegpunkt ROKMA

Ab dem Wegpunkt ROKMA beginnt die Vorbereitung auf den Endanflug:

  • Reduktion auf 250 Knoten bei 8.000 Fuß.

  • Aktivierung des LANDING SYSTEM (LS)-Buttons zur Anzeige der Gleitpfad- und Localizer-Symbole.

  • Altimeter-Einstellung auf Standarddruck (1013 hPa).

  • Setzen der Entscheidungshöhe (DA) – in diesem Beispiel 213 Fuß.

Die korrekte Konfiguration zu diesem Zeitpunkt stellt sicher, dass keine unnötigen Arbeitsbelastungen während der Endanflugphase entstehen.


Sinkflug und Gleitpfadmanagement

Nach ROKMA erfolgt der Sinkflug auf 4.000 Fuß, typischerweise im Managed Descent Mode (durch Drücken des Höhenknopfs). Die Geschwindigkeit stabilisiert sich auf ca. 240 Knoten. In dieser Phase ist es wichtig, die vertikale Navigation sowie das Gleitpfadsymbol (GS-Diamant) auf dem PFD aktiv zu überwachen.

Es kann vorkommen, dass das Flugzeug kurzzeitig unter dem Gleitpfad liegt – vor allem, wenn das Flugzeug frühzeitig konfiguriert wird. Solche Abweichungen sollten bewusst wahrgenommen und durch angepasste Sinkraten korrigiert werden.


Intercept und Verfolgung des Gleitpfads

Sobald die Freigabe zum ILS-Anflug erfolgt, wird der Localizer durch Drücken der LOC-Taste aktiviert. Im Anschluss wartet das System auf das Einfangen des Signals.

  • LOC muss aktiv und ARMED sein.

  • GS wird automatisch aktiviert, sobald der Localizer eingefangen wurde.

  • Die Glide Slope-Indikatoren im PFD zeigen die vertikale Abweichung an.

Zu diesem Zeitpunkt beginnt die stufenweise Konfiguration des Flugzeugs:

  • Flaps 1 setzen und Geschwindigkeit entsprechend anpassen.

  • Kurz vor Einfangen des Gleitpfads: Flaps 2, Gear down, Flaps 3.

  • Final Configuration: Flaps Full, Geschwindigkeit gemäß VAPP.


Finale Phase – bis zur Entscheidungshöhe

Der ILS-Anflug kann entweder im Autopilot-Modus bis zur Entscheidungshöhe oder manuell geflogen werden. Wichtig ist, dass der Pilot jederzeit bereit ist, die Steuerung zu übernehmen. Im Beispiel liegt die Entscheidungshöhe bei 213 Fuß.

Bei ausreichender Sicht und stabiler Lage erfolgt der Übergang in den visuellen Teil der Landung. Ist keine Sicht vorhanden, wird das Go-Around-Verfahren gemäß veröffentlichter Missed Approach Procedure eingeleitet.


Checklisten und Monitoring

Während des gesamten Anflugs gilt:

  • Checklisten vollständig abarbeiten (Landing Checklist, Flaps, Gear, Autobrake).

  • Geschwindigkeiten, Sinkraten und Abweichungen kontinuierlich überwachen.

  • Kommunikation zwischen PF und PM aktiv halten – insbesondere bei Statuswechseln (z. B. „Glide Slope alive“ / „LOC captured“).


Zusammenfassung – Erfolgsfaktoren für einen stabilen ILS-Anflug

  • FMS korrekt programmieren: Keine manuelle Frequenz nötig, aber korrekte Auswahl von Approach und Transition ist entscheidend.

  • Frühzeitige Konfiguration: Reduziert Arbeitsbelastung im kritischen Anflugabschnitt.

  • Geschwindigkeiten stabil halten: Flaps und Gear rechtzeitig setzen.

  • ILS-Signale aktiv überwachen: LOC und GS frühzeitig einfangen und verfolgen.

  • Go-Around readiness: Jederzeit bereit sein, das Verfahren abzubrechen, falls notwendig.


Fazit

Der ILS-Anflug im Airbus A320 ist ein hochpräzises, aber standardisiertes Verfahren. Wer es routiniert vorbereitet und sauber durchführt, kann auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig landen. Neben technischer Umsetzung ist vor allem ein ruhiger, strukturierter Ablauf entscheidend. Für Flugschüler und junge Berufspiloten bietet das Verfahren eine hervorragende Möglichkeit, Systemverständnis und Cockpitdisziplin zu trainieren.

 

 
 
 

5 Kommentare


Michael Smith
Michael Smith
vor 2 Tagen

Dieser Beitrag zum Thema "How To ILS auf dem A320" ist wirklich hervorragend geschrieben. Der Einstieg hat mich sofort gepackt und die Erklärung, wie das Instrumentenlandesystem funktioniert, ist so klar und verständlich, dass man das Gefühl hat, man sitzt direkt im Cockpit. Ich finde es besonders gut, wie Sie auf die Details eingehen und die einzelnen Schritte so detailliert beschreiben. Das zeigt, dass Sie sich wirklich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Genau das habe ich letzte Woche selbst erlebt, als ich mich mit einer anspruchsvollen Landung bei schlechtem Wetter beschäftigt habe. Ihre Ausführungen haben mir geholfen, die Abläufe noch besser zu verstehen und meine eigenen Erfahrungen einzuordnen. Was mir dabei besonders aufgefallen ist: Der größte Fehler, den viele Piloten,…


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Mitchel
Mitchel
vor 5 Tagen

Hallo zusammen, ich muss sagen, das ist wirklich ein super Artikel! Macht weiter so mit dieser tollen Arbeit. Wenn ich darüber nachdenke, ist das genau meine Meinung zu diesem Thema. Es ist wirklich gut erklärt und sehr hilfreich, besonders für Leute wie mich, die gerade erst anfangen, sich intensiver damit zu beschäftigen. Nebenbei bemerkt, teile ich den Artikel auch mit meinen Kollegen, die ebenfalls großes Interesse daran haben. Es ist immer gut, wenn man sich über solche Themen austauschen kann. Außerdem würde ich mich riesig freuen, wenn ihr in Zukunft noch mehr über dieses Thema lesen könntet. Es gibt bestimmt noch viele spannende Aspekte, die man beleuchten könnte. Der Artikel erinnert mich übrigens stark an meine eigene Erfahrung, als ich…


roobet

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Erik Streeter
Erik Streeter
vor 7 Tagen

Hallo zusammen! Ich muss sagen, dieser Artikel über ILS auf dem A320 ist wirklich erfrischend und beleuchtet das Thema aus einer primaen Perspektive. Anfangs war ich tatsächlich auch etwas skeptisch, was die Implementierung und Nutzung von ILS angeht. Man hört ja oft von Komplexität, aber die Art und Weise, wie hier die Kernpunkte herausgearbeitet wurden, hat mir wirklich geholfen, das Ganze besser zu verstehen. Besonders interessant fand ich die Überlegungen, was man heute vielleicht anders machen würde. Das ist eine Frage, die mich auch beschäftigt. Wenn ich daran denke, wie wir früher mit gewissen Systemen umgegangen sind, sehe ich definitiv Potenzial für Optimierungen. Ehrlich gesagt, da steckt meiner Meinung nach noch viel mehr drin, als auf den ersten Blick ersichtlich…


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Seth
Seth
17. Juni

Hallo zusammen, ich muss sagen, der Beitrag über die ILS-Anflüge auf dem A320 hat mich wirklich umgehauen. Besonders der Teil, wie das alles genau funktioniert, hat mich echt überrascht. Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, dass die Technik dahinter so komplex ist. Das hat mich sofort neugierig gemacht und ich würde wirklich gerne mehr darüber erfahren, wie die ILS-Systeme im Detail arbeiten und welche Rolle die verschiedenen Komponenten spielen. Was du über die Herausforderungen bei der Bedienung geschrieben hast, spricht mir aus der Seele. Ich kann mir gut vorstellen, dass das in der Praxis nicht immer einfach ist, gerade wenn es mal hektisch wird. Einer meiner Freunde, der auch fliegt, würde sich für diese Details auch brennend interessieren. Er hat…


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Tyree
Tyree
05. Mai

Hallo! Dein Beitrag über die ILS-Anflüge auf dem A320 ist wirklich klasse. Genau das, was ich gesucht habe! Ich hatte kürzlich eine ganz ähnliche Situation im Simulator, wo die ILS-Navigation eine entscheidende Rolle spielte. Es war faszinierend zu sehen, wie präzise das System auch bei schlechter Sicht funktioniert. Deine Erklärungen, wie die verschiedenen Komponenten zusammenarbeiten, haben mir geholfen, die Funktionsweise wirklich zu durchdringen. Das war wirklich aufschlussreich und hat mein Verständnis vertieft. Ich frage mich, ob es da vielleicht auch langfristige Erfahrungen gibt, wie sich die Zuverlässigkeit unter verschiedenen Bedingungen über viele Jahre hinweg bewährt hat? Das würde mich brennend interessieren. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie sich diese Technologie weiterentwickelt. Das ist ein Thema, zu dem ich bestimmt…


spinsy

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